Am gestrigen Freitag, dem 29.10., ereignete sich ein sonderbarer Zwischenfall in der Limbus Forschungseinrichtung.
BlogSpecials

Am gestrigen Freitag, dem 29.10., ereignete sich ein sonderbarer Zwischenfall in der Limbus Forschungseinrichtung. Es folgt der Bericht der Wissenschaftsabteilung inklusive der bisher feststellbaren Befunde.

Keine außergewöhnlichen Vorfälle im Tagesbetrieb. Zwei gewöhnliche Vorfälle gegen 14:15 Uhr und 18:35 Uhr. Störungsprotokoll folgt im Anhang.

Die Bar hat einen erfolgreichen Abend zu verzeichnen. Das Angebot der Shots für 1€ wurde gut angenommen. Abrechnung der Kasse folgt im Anhang.

Gegen 22:00 Uhr verließen die letzten Testpersonen das Gebäude. Mehrere Mitarbeiter, darunter der Sohn von Professor Tiefers, sowie zwei Mechaniker und die Leiterin der Wissenschaftsabteilung, verblieben noch auf weitere alkoholische Getränke und natürlich wichtige Fachgespräche in der Einrichtung.

Gegen 23:50 Uhr bemerkte einer der weniger stark alkoholisierten Mechaniker ein tiefes Dröhnen im Treppenhaus. Eine nähere Untersuchung zur Lokalisation der Geräuschquelle durch die leitende Wissenschaftlerin, durchgeführt durch ein kurzes Öffnen der Zugangsluke zum Treppenhaus, kam zu dem Ergebnis, dass der Reaktor auf Ebene U18 eingeschaltet war. Die Gruppe entschied schnell, dass der Praktikant mit dem Hochgeschwindigkeitsaufzug hinunterfahren und den Reaktor ausschalten solle. Nach einer zu langen Suche nach dem Schlüssel, konnte die Käfigtüre geöffnet und Kevin zum Aufzug geschickt werden. Man hielt die Sache für erledigt und wandte sich wieder den wichtigen Fachgesprächen zu.

Etwa 40 Minuten später, um exakt 00:28 Uhr, wurde das technische Protokoll abgerufen. Die Anwesenden konnten in der Nachbefragung keine Angaben mehr machen, wem das Verschwinden des Praktikanten und das Anhalten der Reaktorgeräusche aufgefallen war oder wessen Idee es war, das Protokoll zu öffnen. Alle vier beanspruchen zweitere für sich. Das Protokoll befindet sich in vollständiger Version zum Nachlesen im Anhang. Die relevanten Daten seien jedoch hier einmal aufgeführt:

23:39 Uhr – Aktivierung Reaktor U18
00:00 Uhr – Unangekündigte Portalöffnung, nicht lokalisiert
00:08 Uhr – Aktivierung Aufzug EG
00:09 Uhr – Halt Aufzug U13
00:11 Uhr – Halt Aufzug EG

Im Aufzug fand der mutigere der beiden Mechaniker gegen 00:36 Uhr, nach mehrmaligem Drängen seiner Kollegen zum Öffnen der Tür, einen abgetrennten Mittelfinger, den er je nach Aussage der Anwesenden, entweder schreiend, kreischend oder ganz lässig gegen die Decke warf, wo er stecken blieb. Die Wissenschaftsabteilung entfernte ihn erst heute um 10:45 Uhr und stellte nach einem DNA-Abgleich fest, dass es sich um Kevins Finger handelt.

Die Anwesenden entschlossen sich, gemeinsam die unteren Ebenen zu untersuchen, und betraten gegen 01:07 Uhr das Treppenhaus, um zum Reaktor vorzudringen oder gegebenenfalls auf einer vorherigen Ebene das unangekündigt geöffnete Portal aufzuspüren. Da es stark alkoholisierten Personen aus Sicherheitsgründen untersagt ist, den Aufzug zu benutzen, nahmen sie die Treppen. Zu den ersten Ebenen, die sie durchquerten, konnten in der Nachbefragung keine genauen Angaben mehr gemacht werden. Die Anwesenden waren sich aber einig, dass mindestens zwei von ihnen sich auf dieser Strecke übergeben mussten, und einer der Mechaniker sprach von merkwürdigen Geräuschen in den Wänden.

Auch auf Ebene U13 gab es keine sichtbaren Auffälligkeiten. Die Mechaniker bemerkten jedoch ein elektrisches Flimmern, Rauchschwaden sowie einen metallenen Geruch in der Luft. Für sie klare Hinweise auf ein soeben geschlossenes Portal. Ungewöhnlich war jedoch, so die Mechaniker, dass die Dichte dieser Vorkommnisse in der Raummitte am höchsten war, sodass sie davon ausgehen mussten, dass das unangekündigte Portal sich dort, und nicht wie üblich am Rande eines Raumes, geöffnet hatte. Auf Ebene U18 dauerte es noch eine Weile, bis der Reaktor abgeschaltet war. Ein Grund für diese zeitliche Verzögerung konnte in der Nachbefragung nicht festgestellt werden, jedoch fiel auch hier wieder ein ungewöhnliches, elektrisches Flimmern in der Luft auf und der dienstältere der beiden Mechaniker gab an, dass der Reaktor anders klang als sonst.

An ihren Weg zurück in das Erdgeschoss können die Befragten sich ebenfalls nicht mehr erinnern, meinen aber sagen zu können, dass sie alle sich noch mindestens einmal übergeben mussten. Am heutigen Morgen fanden sie dann an mehreren Körperstellen metallene Einlagerungen und alarmierten sofort die Wissenschaftsabteilung. Manche dieser Einlagerungen ähneln bloß einem Klumpen Rohmetall, der mit der Haut verwachsen scheint, an anderen Stellen bildeten sich Zahnräder aus und die Leiterin der Wissenschaftsabteilung behauptete sogar, sie habe gesehen, wie sich die Artefakte in ihrer Haut bewegten.

Heute Morgen meldete sich gegen 9:24 Uhr eine Mechanikerin, die auf ihrem Kontrollgang über alle Ebenen auf Ebene U7 ähnliche Vorkommnisse zu denen auf Ebene U13 feststellte und ebenfalls metallene Strukturen im Gesicht trägt. Aufgrund der Symptome aller Beteiligten und die sonderbaren Fehlfunktionen des Reaktors wird aktuell davon ausgegangen, dass sich aktuell wiederholt Portale zwischen dem Inneren des Reaktors und bisher nicht vorhersagbaren Orten in der gesamten Forschungseinrichtung öffnen und nach kurzer Zeit wieder schließen. Bei jedem, der dem Reaktor oder den Portalen in diesem Zustand zu Nahe gekommen ist, haben sich Körpermoleküle zum Teil mit denen des Reaktors vermischt, so nehmen die Forscher zu diesem Zeitpunkt an.

Kevin konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Die Führungsebene diskutiert bereits über weitere Maßnahmen, sind aber noch zu keinem Schluss gekommen, inwieweit sich der finanzielle Einsatz lohnen würde.

Anhang:

Störungsprotokolle
Abrechnung Kasse
Technisches Ablaufprotokoll