Der biochemische Prozess der Verschmelzung zweier Personen auf Molekularebene ist bisher kaum erklärbar, wir haben es trotzdem mal versucht.
BlogUnd sonst so

An Tag 153 n.Ö.f.T.* ereignete sich bei der Portalöffnung 13 der Vorfall VP2-473. Dessen Resultat war die partielle, physische Integration zweier Individuen, die im Anschluss jegliche Untersuchungen verweigerten. Somit können die zuständigen Experten lediglich Thesen zu den ursächlichen Prozessen aufstellen, basierend auf ihren bisherigen Forschunen und Beobachtungen.

These 1: Physische Verschiebung - Emil Zweigei (Biochemiker)

Bisher konnten einige Vorfälle bei Zeitosmosen beobachtet werden, deren Resultat eine Veränderung der physischen Erscheinung von lebenden Subjekten inkludierte. Soweit die Subjekte untersucht werden konnten, war keine alterierte Zellstruktur festzustellen. Gleiches gilt für das Genom. Demnach ist davon auszugehen, dass keine fundamental cellulare Alterierung vorliegt, sondern diese in einer erweiterten Ebene zu suchen ist.

Der Physiker Carry Curie iterierte noch zu Lebzeiten seine Theorie der Physischen Verschiebung. Obgleich diese Idee zu Zeiten eines psychisch fraglichen Zustandes aufkam, stützt sie sich doch auf fundierte Beobachtungen. Demnach wäre die physische Verschiebung der Körpermoleküle verankert in einer vierdimensionalen Geometrie, die nur unter bestimmten, quantenmechanischen Voraussetzungen realisiert werden kann. Zur Untersuchung der konkreten Zusammenhänge der diversen Parameter ist eine erweiterte Forschungsreihe hinreichend.

These 2: Die Austauschbarkeit der Korridore - Quentin Tromo (Quantenforscher)

Bereits im vergangenen Jahrtausend konnte Hans Driesch feststellen, dass adulte Zellen keine Pluripotenz aufweisen, wodurch der Schluss unvermeidbar ist, dass bei einer Veränderung der physischen Erscheinung auch zwingend die Zellen alteriert sind. Ist diese Alterierung jedoch mit biochemischen Messverfahren nicht hinreichend festzustellen, muss von der Involvierung einer erweiterten Ebene ausgegangen werden. 

Konsekutiv fällt die Konsequenz auf der Quantenebene zweifelsohne sehr prägnant aus. Die Austauschbarkeit der Korridore ist ein derart signifikanter Ansatz, dass er hier nicht ignoriert werden darf. Wenn eine signifikante Verschiebung angenommen wird, führt eine k.V.q.A.** unvermeidlich zu einer Verschränkung organischer Moleküle. In der Konsequenz muss es eine neologische Anordnung geben, wodurch die Alterierung des Phänotyps bedingt sein kann. Damit wäre diese hinreichend erklärbar, jedoch nicht, wie es zu der k.V.q.A. selbst kommen mag.

These 3: Steine - Samuel Elel (Lithologe)

Als wir den Schacht auf der U3 freigemacht haben, da is uns schon diese ungewöhnliche Struktur aufgefallen. Die gibbet überall um die aktiveren Portale herum, also die, die am schwierigsten zu kontrollieren sind, wo die meisten hopps gehen. Hat wahrscheinlich mit der Strahlung zu tun oder so was, hab ich am Anfang gedacht. Aber dann hat da jemand in der Tropfsteinhöhle auch diese Struktur gefunden. Und da is ja gar kein Portal. Deswegen hab ich dann mal im Mikro*** mir das Gestein genau angeguckt und hab da tatsächliche Sachen gesehen, die hab ich so noch nie gesehen.

Wenn die Quantis sich sich das auch mal durchmessen können, dann bin ich sicher, das wird wieder so eine Korridorgeschichte. Und die gibbet schon ewig, das wissen wir ja. Wird wohl auch der Grund sein, warum der Tom und der Eddy den Laden ausgerechnet hierhin gesetzt haben. Jedenfalls hat das mafische Plutonit einen abnormen Kieselsäuregehalt und dadurch ein so hohes energetisches Potential, dass das Risiko für so Vorfälle wie VP2-Dings da viel höher ist.

Anmerkung für Externa:

*n.Ö.f.T. = nach Öffnung für Testpersonen (extern)

**k.V.q.A. = korridorale Verschiebung quantenextremen Ausmaßes

*** unter einem elektromagnetischen Ultraschall-Rastermikroskop